Vaterglück und Spieltagstränen

Im Spitzenspiel der Oberliga verlor die SG Volley Neckar-Teck am Samstag gegen Tabellennachbar TSV G. A. Stuttgart III mit 0:3. Der Sprung auf den Relegationsplatz wurde damit verpasst.

von Stephan Lehmann

Als Ersatz für SG-Trainerin Lyubka Sharalieva stand am Samstagabend Andreas Ratzkowski am Spielfeldrand und gab die taktischen Anweisungen an seine Spieler weiter. Ratzkowski, eigentlich Trainer der zweiten Mannschaft, hatte sich einer schwierigen Aufgabe gestellt. Denn nur zwei Tage vor dem wichtigen Spiel musste SG-Angreifer Thomas Frank die Teilnahme an der Partie absagen. Er war zum zweiten Mal Vater geworden und kümmerte sich um seine Familie. Eine Absage, die den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitete. Denn Frank ist einer von momentan nur zwei Mittelangreifern im Team. So war Ratzkowski gezwungen Libero Jakob Krenn als Angreifer einzusetzen.

Trotz der ungewöhnlichen Konstellation funktionierte die Aufstellung anfangs gut und brachte den Gastgeber in Führung. Bis kurz vor Ende des ersten Satzes sah es nach einem Erfolg für die Spielgemeinschaft aus, ehe die Gäste von einer Fehlentscheidung des Schiedsgerichts profitierten und mit zwei Punkten Vorsprung den Durchgang für sich entschieden. Sichtlich geknickt starteten Ratzkowskis Männer in Durchgang zwei. Der Spielfluss war durch den Rückschlag aus dem ersten Satz dahin und Stuttgart spielte ein solides Angriffsspiel. Vor allem über die Außen- und Diagonalposition schafften es die Gäste am Block der Spielgemeinschaft vorbei und punkteten ein ums andere Mal. Ein deutlicher 25:15 Erfolg war das Ergebnis.

Ganz so leicht wollten sich die Volleyballer des Team Neckar-Teck dann aber doch nicht abspeisen lassen. In Durchgang drei fanden sie wieder ins Spiel zurück und hatten lange die Oberhand. Doch erneut konnte die Konzentration nicht bis zum Schluss durchgezogen werden. Stuttgart erkannte die Chance und nutzte viele kleine Unstimmigkeiten der Gastgeber aus. Am Ende war es wieder ein knapper aber letztlich verdienter Satzgewinn von 27:25.

Während man aus den Umkleideräumen die Freudengesänge der Gäste hörte, war die Stimmung in der Halle gedrückt. Das hatten sich die Spieler anders vorgestellt. Zu lange darf sich das Team jedoch nicht mit der verpassten Chance aufhalten. Am kommenden Sonntag steht ein wichtiges Spiel gegen den MTV Ludwigsburg II auf dem Plan. Spätestens dort sollen die Gedanken an die Niederlage vergessen und der Fokus auf die nächsten Punkte gerichtet sein.

So spielten sie: Babinger, Dokla, Hummel, Krenn, Lehmann, Melzer, Reuße, Schaible, Scheibe, Widmann