Showdown in der Volleyball-Landesliga

Am Sonntag konnte die SG Nürtingen/Wernau zwei wichtige Siege im Kampf um den Meistertitel einfahren. Der SC Weiler konnte mit 3:0 besiegt werden, gegen die TSG Reutlingen ging die SG mit 3:2 als Sieger vom Platz.

von Ulla Zimmermann

Die Ausgangslage vor dem Spieltag war wie folgt: Sollte die derzeit zweitplatzierte SG gegen den Tabellendritten aus Weiler gewinnen und auch gegen den Primus aus Reutlingen drei Punkte holen, würde sie auf Tabellenplatz eins klettern und hätte in den letzten beiden ausstehenden Spielen den Gewinn der Meisterschaft selbst in der Hand. Verzichten musste die SG auf Kerstin Schröder und Zuspielerin Antje Siegel, die krankheits- bzw. urlaubsbedingt leider ausfielen.

Wie schon im Hinspiel lief die SG gegen den SC Weiler schnell einem drei-Punkte-Rückstand hinterher. Die Weiler Mittelangreiferin war nur schwer in den Griff zu bekommen und bereitete dem Block und der Abwehr große Probleme. Doch genauso wie in der ersten Begegnung konnte die Mannschaft gegen Ende eine Schippe drauflegen. Drei Aufschläge von Susanne Kazmaier und fünf weitere von Michaela Morbach brachten die Wende und den ersten Satzgewinn (25:19).

Im zweiten Durchgang fand die Mannschaft um den extra aus dem Urlaub angereisten Trainer Single besser ins Spiel. Es entwickelte sich ein Spiel mit langen Ballwechseln und guten Aktionen auf beiden Seiten. Beim Stande von 8:10 ging Ulla Zimmermann zum Aufschlag und gab dieses Recht erst bei 18:10 wieder ab. Somit konnte auch der zweite Satz deutlich mit 25:15 gewonnen werden.

Euphorisiert startete die SG in den dritten Satz und nun lief alles wie am Schnürchen. Zuspielerin Fenna Renz zeigte ihrer Gegenspielerin ein ums andere Mal ihre Grenzen auf und punktete zahlreich mit guten Blocks, Lilly Kirchner versenkte wuchtige Angriffe im Feld der Filstälerinnen. Ob beim überaus deutlichen Stand von 21:11 die Nerven anfingen zu flattern oder die benötigte Spannung nachließ, konnte im Nachhinein keiner sagen. Weiler pirschte sich Punkt für Punkt heran, die SG agierte unkonzentriert und produzierte reihum Fehler. Die zweite Auszeit von Single beim Stand von 24:23 zeigte letztendlich Wirkung und Suse Kazmaier verwandelte den fünften Matchball.

Die erste Aufgabe war damit erfolgreich erledigt - die vermeintlich schwerere stand dem Team noch bevor. Unabhängig von der Tabellensituation wollte die Mannschaft sich vor allem auch für die deutliche 0:3-Schlappe aus dem Hinspiel rehabilitieren.

Im ersten Satz legte die SG aber leider einen klassischen Fehlstart hin. Eine Aufschlagserie brachte die Gäste aus Reutlingen mit 6:0 in Front. Glücklicherweise besann die Mannschaft sich dann wieder auf ihr Können, stabilisierte sich im Spielaufbau und hielt gut mit. Am Ende reichte die Leistung aber nicht ganz, um den verschlafenen Beginn wieder wettzumachen (22:25).

Die SG war nun aber voll im Spiel drin. Die vielen Zuschauer sahen eine starke Partie auf sehr gutem Landesliganiveau. Bis zum Stand von 9:9 ging es Punkt für Punkt hin und her. Dann bewies Trainer Single taktisches Geschick: Sabine Bauer, eigentlich Außenangreiferin, kam im Hinterfeld für Mosantu aufs Feld und verteilte nun die Bälle, als hätte sie noch nie etwas anderes getan, Renz griff über die Diagonalposition an. Diese Umstellung zeigte Wirkung und die SG gewann den Satz mit 25:20.

Im dritten Satz lief für das Team alles zusammen. Gute Aufschläge, klare Absprachen in der Feldabwehr,die souveräne Blockarbeit von Nicole Guilliard und vor allem eine stark aufspielende Veronique Mosantu, die über die Diagonalposition beinahe jeden Ball verwandelte, bescherte der SG das deutliche Satzergebnis (25:15) und damit den ersten Punkt. Doch das war nicht genug, die Mannschaft wollte das Spiel unbedingt in vier Sätzen beenden.

Davon war in Satz Nummer vier leider nicht viel zu sehen. Die Mannschaft wirkte zum ersten Mal an diesem Tag müde. Reaktion statt Aktion, viele Eigenfehler und eine verschlafen wirkende Abwehr machten es der TSG Reutlingen leicht, diesen Abschnitt zu gewinnen(15:25).

Der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Die SG, obwohl beim Seitenwechsel schon mit 5:8 im Hintertreffen, riss sie sich noch ein letztes Mal am Riemen und entschied durch starken Kampfgeist unter lautstarker Anfeuerung der Fans diesen letzten Durchgang mit 15:10 und damit das Spiel für sich.

In glückliche Gesichter konnte man nach dem Spiel sehen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, starker Teamgeist und vor allem viel Spaß beim Spiel zeichnete das Team beim Heimspieltag aus.

Durch den einen verlorenen Punkt an Reutlingen muss man in den ausstehenden Partien aber auf ein Missgeschick der TSG hoffen. Positive Neuigkeiten gibt es aber auch: der Relegationsplatz ist der SG zwei Spieltage vor Saisonende schon jetzt nicht mehr zu nehmen.

Es spielten: Bauer, Guilliard, Kazmaier, Kirchner, Morbach, Mosantu, Nold, Renz, Weber, Zimmermann